von Lukas Schauder:

„Facebook. Das ist das großartige soziale Netzwerk, wo wir weltbewegende Katzenfotos posten, unser Mittagessen teilen und unsere Beziehungsprobleme zur Belustigung aller öffentlich ausdiskutieren können. Dafür verlangt Mark Zuckerberg und sein Unternehmen nichts weiter als unsere belanglose Privatsphäre. So weit, so „gut“.

Wenn da nicht die dunklen Seiten des so heiß geliebten sozialen Netzwerkes wären: Neben den angesprochenen Katzenfotos tauchen in meinem Newsfeed nämlich auch mal IS-Hinrichtungsvideos und Neonazi-Propaganda auf.

Da ich mir das nicht unbedingt gefallen lassen wollte, meldete ich als gewiefter Facebooknutzer heute versuchsweise ein Video, in dem IS-Kämpfer willkürlich Passanten erschossen, und ein Foto, das die verbotene NS-Reichskriegsflagge zeigte.

In beiden Fällen erhielt ich von der Facebook-Kundenbetreuung die gleiche enttäuschende und zugleich schockierende Antwort:

„Danke, dass du dir die Zeit nimmst etwas zu melden, was eventuell gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt. Meldungen wie deine sind ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit auf Facebook und tragen zu einer einladenden Umgebung bei. Wir haben den von dir wegen Darstellung drastischer Gewalt gemeldeten Inhalt geprüft und festgestellt, dass er nicht gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt.“

WTF?! Propaganda und Darstellungen von Mord sind kein Verstoß gegen die Gemeinschaftsstandards Facebooks und dürfen weiterhin fröhlich geliked und geshared werden?! Offenbar haben die Verantwortlichen eine sehr merkwürdige Auffassung von „Sicherheit“ und „einladende Umgebung“.

Fazit: Dass Facebook durch seine unverschämten Nutzungsbedingungen jährlich Milliarden scheffelt, ist schon ein Skandal für sich. Dass sie dann allerdings nicht einmal ihrer Verantwortung nachkommen, offensichtlich verfassungsfeindliche und gefährliche Inhalte zu entfernen, setzt dem Ganzen noch eine Krone auf.

Die einzig konsequente Reaktion wäre sein Profil zu löschen und Facebook zu boykottieren. Das zu fordern wäre allerdings naiv. Stattdessen brauchen wir endlich einen europäischen Verbraucherschutz, der diesen Namen auch verdient. Günther Oettinger (EU-Komissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, CDU) und Konsorten sind dafür eindeutig die falschen!“

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