Mehr Möglichkeiten des politischen Engagements von Jugendlichen, Erneuerbare Energien, das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen, der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und die Bildungspolitik stehen im Zentrum des Kommunalwahlkampfs 2011 der Grünen Jugend des Main- und Hochtaunuskreises. In einer gemeinsamen Klausurtagung in der Bad Homburger Jugendherberge haben vom 29.-30. Mai 2010 fast 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den beiden Kreisverbänden ihre Forderungen erarbeitet, mit denen sie in den Wahlkampf ziehen werden. Zu den Gästen gehörten Albrecht Kündiger (Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN MTK), Michael Korwisi (Oberbürgermeister Bad Homburg), Matthias Wagner (Parlamentarischer Geschäftsführer und Bildungspolitischer Sprecher der Grünen im Hessischen Landtag), und der grüne Bundestagsabgeordnete Wolfgang Strengmann-Kuhn.

Darüber hinaus fordert die Grüne Jugend die sofortige energetische Sanierung und Stromsparmaßnahmen für öffentliche Gebäude. Neubauten sollen in Nullenergie-Bauweise errichtet werden. „Außerdem müssen die Kreise endlich Flächen für die Erzeugung Erneuerbarer Energien wie Windräder, Solaranlagen usw. ausweisen“, verlangt Lars Regge, Sprecher der Grünen Jugend Hochtaunus.

„Wir brauchen wesentlich bessere Möglichkeiten, Jugendliche vor dem Eintritt ins Wahlalter an Politik zu beteiligen, beispielsweise durch Jugendparlamente, Foren oder Hearings“, erklärt Philip Reuber, Vorsitzender der Grünen Jugend Main-Taunus. „Zumindest auf kommunaler Ebene muss das aktive und auch das passive Wahlalter endlich auf 16 Jahre gesenkt werden, und zwar auch und gerade für Nicht-EU-Jugendliche, die schon lange in unserem Land leben“, so Reuber. Um die Voraussetzungen für ein politisches Engagement zu verbessern, müssen die Angebote für die politische Bildung in den Schulen verbessert werden. „Jugendliche brauchen neben guter Bildung auch Freizeitmöglichkeiten und Bereiche, in denen sie selbst gestalten und kreativ sein können. Deshalb ist eine bessere Vernetzung von Schulen, Vereinen, Jugendarbeit und Freizeit nötig. Generell muss die Bedeutung von Schulen als Zentrum und Anlaufstelle von Jugendlichen erhöht werden. Hier kann das US-College mit seinen unterschiedlichen Angeboten von Sport, Theater und Musik ein Vorbild sein”, erläutert Reuber.

„7,15 Euro für eine einfache Fahrt aus dem Taunus nach Frankfurt ist für 15-Jährige unzumutbar. Die wenigsten in diesem Alter verdienen eigenes Geld und können sich solche Preise leisten“, sagt Regge weiter. Die Fahrpreise für Jugendliche müssten bis zur Volljährigkeit gelten. Nur so könne der ÖPNV bereits bei Kindern und Jugendlichen die Attraktivität erreichen, die später aus ihnen treue Kunden mache.

Aufgrund des Erfolgs ihrer ersten und gemeinsamen Arbeitstagung planen die Grüne Jugend Main-Taunus und Hochtaunus die Klausur in einem Jahr zu wiederholen.